Chronik des
Kleingärtnervereins
Flora e.V. Köln Nippes
Es ist bekannt,
dass unser
Vorort Nippes besonders stark von den Zerstörungen im 2.
Weltkrieg,
durch die Bomben betroffen war. Unser Verein blieb hiervon
ebenfalls
nicht verschont, so dass einige notwendige Unterlagen für eine
Chronik fehlen.
Im Nachfolgenden wollen wir versuchen, die wichtigsten Daten
und Ereignisse
in Kurzform wiederzugeben
Die Anfänge der Kleingarten-Bewegung gehen bereits in den
Anfang
des 20. Jahrhunderts zurück.
Vor langen Jahren schon hatten sich Gartenfreunde Kleingärten
gesichert.
Diese Kleingärtner, deren Zahl sich weiter vergrößerte,
erkannten alsbald die großen Vorteile eines Zusammenschlusses.
Demnach wurde von den Pächtern der 15. Juli 1921 als
Versammlungstag
im Potsdamer Hof zu Nippes festgesetzt. Der Einladung folgten
36 Gartenfreunde,
welche, nach vorhergegangener Diskussion, einstimmig den
Verein unter
dem Namen Gartenbauverein "Flora" ins Leben riefen.
Diese Vereinsgründung löste ein großes Interesse bei
der Nippeser Bevölkerung aus.
Im Wesentlichen wurden die Kleingärten durch Gemüse und
Kartoffelanbau
geprägt, da der wirtschaftliche Gesichtspunkt eine große
Rolle spielte.
Folgender Vorstand wurde von den Mitgliedern in der ersten
Generalversammlung
am 26.01.1922 gewählt
1. Vorsitzender Herr Karl Pellmann, Köln,
techn.Reichsbahn-Obersekretär
2. Vorsitzender Herr Heinrich Heinrichs, Köln Nippes,
Finanzassistent
1. Schriftführer Herr Karl Schmitt, Köln Nippes,Werkmeister
2. Schriftführer Herr Karl Berger Köln Nippes
1. Kassierer Herr Jos. Dybeck, Köln Nippes,
Vollziehungsbeamter
2. Kassierer Herr Peter Metzen, Köln Nippes, Postschaffner
1. Beisitzer Herr ???? Köln Nippes,
2. Beisitzer Herr Metz, Köln Nippes,
Kassenprüfer: Herr Karl Boreck, Köln Nippes,
Herr Jakob Reitz Köln Nippes,
Das Liegenschaftsamt der Stadt Köln wurde von der
Vereinsgründung
in Kenntnis gesetzt. Der Verein schloss sich dem Verband der
Gartenbauvereine
e. V. zu Köln an. Am Ende des Jahres 1921 bestand der Verein
bereits
aus 154 Mitgliedern.
Anfang 1922 wurde die neugegründete Verbandszeitschrift
"Rheinischer
Kleingartenbau" auch in unserem Verein eingeführt, welche
durch anregende und lehrreiche Themen im Kleingartenbau das
wachsen
des Vereins förderte, wozu der Vorstand durch seine gute und
werbewirksame
Arbeit beitrug. Demnach konnte somit zum Jahresende 1922
bereits die
hohe Zahl von 680 Mitgliedern verzeichnet werden.
Das Jahr 1923 war durch die Inflation ein schwieriges Jahr,
welches
aber durch vorsichtiges Handeln und Tun glücklich überwunden
wurde.
Ende März 1924 erhielt der Verein, durch die Initiative und
Mithilfe
des Verbandes, die neu angelegten 46 Dauergärten im Grüngürtel
Neußerstraße-Kanalstraße.
Die folgenden Jahre brachten die Selbstverwaltung und
Verpachtung des
städtischen Gartenlandes im Tätigkeitsgebiet unseres Vereins.
Die Gärten erstreckten sich von der Flora, Amsterdamer und
Xantenerstraße
bis zum Neusser Wall, sowie Niehler, Krefelder und
Escherstraße.
Der Verein beteiligte sich an allen, vom Verband der
Gartenbauvereine
zu Köln, veranstalteten Ausstellungen, welche den Leistungen
unserer
Gartenfreunde recht beachtenswerte Auszeichnungen brachte. U.
a. die
bronzene Denkmünze des Provinzialverbandes Rheinland, des
Reichsverbandes
der Kleingartenvereine Deutschlands. In der Vereinsversammlung
vom 14.
März 1928 überreichte der Verbandsvorsitzender, aus Anlass
einer Besichtigung der Dauergartenkolonie durch ausländische
Gartenfreunde,
dem Verein das Diplom des österreichischen Verbandes und dem
Vorsitzenden,
Herrn Pellmann, die bronzene Denkmünze in Anerkennung der
guten
Leistungen auf dem Gebiete des Kleingartenwesens.
Trotz Verlust vieler Gärten zu Bauzwecken und neuer Zuweisung
an
Gartenland steht der Verein in jeder Beziehung fest. Am 1 Juli
1930
waren es ca. 650 Mitglieder. Darin enthalten noch sechs
Vorstandsmitglieder
und Mitbegründer.
Die Jahre vergingen in mehr oder weniger geordneten
Verhältnissen,
bis 1939 der Krieg über uns hereinbrach.
Viele Gartenfreunde wurden vom Krieg dahingerafft, viele
wurden obdachlos.
Doch Gartenfreunde wissen sich auch in der Not zu helfen.
Manches Gartenhaus
musste als neue Unterkunft herhalten und es stellte sich
heraus, dass
man notfalls auch in einem Gartenhaus eine gemütliche
Atmosphäre
schaffen kann. So ergab es sich, dass auch weit über das
Kriegsende
hinaus der eine oder andere weiter in seinem Schrebergarten
wohnte und
sich dort recht wohl fühlte.
In der Zeit von 1933 bis 1945 wurde der Kleingarten im Sinne
der damaligen
"Regierung" gefördert
Der damalige Name lautete "Stadtgruppe Köln der Kleingärtner
im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands
e.V.
1938 wurde der Generalpachtvertrag für Dauergärten zwischen
der Hansestadt Köln, Vertreten durch den Oberbürgermeister
und der als gemeinnützig anerkannten Stadtgruppe Köln der
Kleingärtner e.V. in der Provinzgruppe Rheinland der
Kleingärtner
e.V.,
geschlossen.
Ab dem 31.03.1947 wurde der Verband der Gartenbauvereine e.V.
zu Köln
in "Kreisverband Köln der 4Am 07.11.1952 wurde daraus
"Kreisverband
Köln der Kleingärtner".
1947 trat der Verein einer Genossenschaft des Kreisverbandes
bei, die
sich "Eigenhilfe" nannte und den Zweck verfolgte die Vereine
mit Saatgut und Gartenbedarfsartikel, zu mäßigen Preisen
zu, versorgen.
In der Zeit von
1953 bis
1964 gab es einen häufigen Wechsel im Vorstand, was nicht
gerade
günstig für die Festigung des Vereins war.
Ausgerechnet in dieser Zeit kündigte die Stadt Köln nach und
nach ca. 134.000 qm Gartenland auf und machte es zu Bauland.
Es wurde zielstrebig der weitere Ausbau des Vereinsgeländes
vorangetrieben.
Die Erschließung neuer Wege, Verlegung von Wasserleitungen und
die Erneuerung von Zäunen systematisch in Angriff genommen und
durchgeführt.
1968 war dann die Instandsetzung und Renovierung des
Vereinsheimes an
der Reihe.
Wieder vergingen viele Jahre des wunderschönen Gartenlebens in
Frieden und Eintracht, bis dann 1976 den Verein ein schwerer
Schlag
traf. Die Gärten zwischen Neußer Straße und Merheimer
Straße
- ca. 67.000 qm - wurden ein Opfer der geplanten Stadtautobahn
In einem sicherlich etwas voreiligen Entschluss wurde
das gesamte
Gartengelände von der Stadt Köln gekündigt und danach
von Baggern eingeebnet.
Die Gartenfreunde jedoch verzweifelten nicht. Ein Großteil der
Gartenbesitzer aus dem zerstörten Gelände wurden in dem
verbliebenen
Gartengelände zwischen Merheimer Straße und Escher Straße
- rd. 68.000 qm - aufgenommen. Große Gärten wurden in zwei
oder drei kleinere Gärten aufgeteilt. Und so erfreuen sich
auch
heute noch ca. 300 Kleingärtner auf teilweise sehr engem Raum
einer
Gartengemeinschaft, wo es neben der Gartenarbeit auch ab und
zu mal
zu einer kleinen (oder auch zu einer größeren Feier) kommt,
bei denen der Gemeinschaftssinn noch weiter gefestigt wird.
Nach dem Motto "Unser Vereinsheim soll schöner werden",
erfolgte 1977 ein weiterer Ausbau, der es den
Vereinsmitgliedern ermöglichte,
gegen eine geringe Gebühr auch mal ein Fest in größerem
Freundes oder Familienkreis zu feiern. Hiervon wurde und wird
rege Gebrauch
gemacht. Auch dies trägt sehr zur Pflege des Vereinslebens
bei.
1978 wurde die Genossenschaft des Kreisverbandes "Eigenhilfe"
aufgelöst. Der dafür benötigte Lagerraum für Saatgut
und Dünger wurde somit frei. Nach einem weiteren Umbau wurde
dieser
Raum ins Vereinsheim intregriert.
1981 wird vom Kreisverband eine Aktion unter dem Motto " Unser
Garten soll schöner werden"gestartet. Die schönsten Gärten
sollen prämiert werden.
Am 04.9.1982 fand unter der Schirmherrschaft des anwesenden
Oberbürgermeisters
Norbert Burger, in einem großen Festzelt, die Feier des
60-jährigen
Jubiläums statt.
Unter musikalischer Mitwirkung der Show-Fanfaren aus Viersen,
sowie
bekannte Kräfte aus dem Kölner Karneval wie Renate Fuchs (die
Callas von Niehl), Claudia Engels, das Colonia Duett, de
Höhner.
usw.
Der 1. Vorsitzende wurde mit der "Große Ehrennadel in Gold",
der 1.Kassierer mit der "Große Ehrennadel in Silber"
für langjährige Dienste und wertvolle Mitarbeit geehrt.
Eine besondere Ehrung erfolgte für den ältesten Kleingärtner
des Vereins, Herrn W. Müller, der bereits seit 50 Jahren dem
Verein
angehört.
Mit einem Beschluss des Vorstandes wurde festgelegt, dass ein
Kleingarten
nur auf eine Person als Pächter ausgestellt werden kann.
Sollte
ein Ehepartner ausscheiden (Tod, Scheidung oder dgl.) so liegt
es am
Vorstand, den Garten auf den Ehepartner zu überschreiben. Ein
Anrecht
hat der Ehepartner nicht.
Gem. Erbrecht bekommen die Hinterbliebenen vom Verein kein
Geld. Der
Garten wird abgeschätzt und das Geld am Gericht hinterlegt.
Das
Gericht entscheidet über die Auszahlung.
1984 wurde, durch eine Firma, der Vorplatz am Vereinsheim mit
Asphalt
überzogen.
Für das Jahr 1985 wurde, wegen allgemeiner Kostensteigerung,
der
Jahresbeitrag um 10,-DM erhöht.
Eine Ölheizung für das Lager wurde angeschafft.
Ab sofort hat die Gartenanlage den Status einer
Dauergartenanlage. Bauvorschriften
und die Bepflanzung müssen eingehalten werden. Alle Bauten und
Anbauten müssen genehmigt werden. Bei Verstößen wird
der Abriss angeordnet. Kontrollen der Stadt werden in Zukunft
durchgeführt.
Die Abschätzung gekündigter Gärten wird nur noch über
den Kreisverband abgewickelt.
Vom 25.09 bis 27.09.1987 fanden die Feiern des 65-jährigen Jubileums statt.
Freitag ein Discoabend für die Jugend im Pfarrsaal St. Joseph.
Am Samstag dann der große Jubiläumsabend im Festzelt auf
dem Sportplatz Escher Str./Innere Kanalstr., mit
Spitzenkräften
aus Presse, Funk und Fernsehen sowie eine große Tombola und
Tanzvergnügen.
Zum Ausklang am Sonntags ein Musikalischer Frühschoppen im
Festzelt.
1988 wurde in der Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand
gewählt.
Im Interesse eines wirksamen Umweltschutzes sind alle
Kleingärtner
aufgefordert, sich an die Pflichten im Rahmen der
Abfallbeseitigung
zu erinnern und für die Einhaltung sorge zu tragen.
In der Jahreshauptversammlung wurde der bisherige 1.
Vorsitzende Karl
Görres vom neuen 1. Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden
ernannt.
1989 wurden im Vereinsheim eine Ölheizung sowie neue Toiletten
eingebaut.
1990 wurde in der Jahreshauptversammlung wieder ein neuer
Vorstand gewählt.
Das Vereinsheim wurde weiter renoviert. Die Außenwände wurden
neu gestrichen, der Fußboden mit Steinfliesen neu ausgelegt,
die
Wände mit Holz verkleidet.
Es hält nun auch die moderne EDV Einzug in die Vereinsführung.
Die Schreibmaschine hat ausgedient. Laut Beschluss in der
Jahreshauptversammlung
wurde der erste Computer angeschafft. Ebenfalls wurde ein
Telefonanschluß
für das Vereinsheim installiert
Eine neue Gartenordnung des Kreisverbandes ist am 01.01.1991
in Kraft
getreten.
Des Weiteren hat der Kreisverband eine neue Satzung entworfen,
die allen
Vereinen zur Beurteilung vorliegt.
1991 wurde die komplette Gartenanlage, durch die Stadt Köln,
neu
vermessen.
Anschließend wurde dann der Pachtpreis neu berechnet, bei der
alle Gartenwege anteilsmäßig einbezogen wurden.
Ein Antrag zur Erweiterung der vorhandenen Stromanlage wurde
von der
Stadt mit Hinweis auf das Bundeskleingartengesetz, abgelehnt.
Der Kreisverband Köln hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln
und Mitgliedern aus verschiedenen Vereinen eine neue
Mustersatzung entworfen
und den Vereinen zur Annahme empfohlen. Diese Satzung wurde
von den
Mitgliedern unseres Vereins angenommen.
1994 wurde mit großem Aufwand, Schwierigkeiten und hohen
Kosten
der Kanalanschluss des Vereinsheimes ans Kanalnetz, der Stadt
Köln,
durchgeführt.
1995 beschloss der Rat der Stadt Köln, den Pachtpreis pro qm
von
0,65 DM auf 0,71 DM zu erhöhen.
Das Grünfläschenamt der Stadt Köln hat ein Kontrollgang
durch unsere Anlage durchgeführt.
In einzelnen Gärten wurden unerlaubte Anpflanzungen, wie
Fichten,
Tujas, Walnuss usw., festgestellt.
Ein vereinseigener Häcksler wurde angeschafft, ein Kühlhaus
wurde am Vereinsheim gebaut.
Immer weitere Verbesserungen und Verschönerungen wurden am
Vereinsheim
durchgeführt.
1999 wurden alle Außentore mit einer Generalschließanlage
ausgerüstet.
Immer wieder wurden die Außenzäune von Randalierern
durchtrennt
und im Vereinsheim eingebrochen mit viel Aufwand und
Eigenleistung musste
repariert werden.
Am Vereinsheim wurde eine Entsorgungsanlage für Abwässer und
Fäkalien eingerichtet.
Die Mitglieder können da nun ordnungsgem. ihre Toiletten und
Schmutzwasser
entsorgen.
Der neue Generalpachtvertrag der Stadt Köln ist in Kraft
getreten.
Das Veterinäramt der Stadt Köln forderte, wegen der erhöhten
Anzahl an Füchsen Köder in unserer Anlage auszulegen.
Durch den großen Andrang der Vereinsmitglieder wurde die
Jahreshauptversammlung
2002 auf einen späteren Termin und an einem anderen Ort
verschoben.
2002. ist an der Escherstr. ein großer Teil der Hecke
niedergebrannt.
Die Stadt Köln hat die Hecke gerodet und ein neuer Zaun
gesetzt.
In Gemeinschaftsarbeit wurde eine neue Hainbuchenhecke
gepflanzt.
Für 2004 wurde eine einmalige Beitragssenkung von 5,-Euro
beschlossen.
Unsere Verein "FLORA e.V:"
beteiligt sich am Landeswettbewerb Kleingartenanlagen in NRW 2005.
Dazu fand am 21.06.05 die Bewertungbegehung in unserer Anlage
statt.
Neben der Bewertungskommission nahmen auch Vertreter der Stadt
Köln,
sowie des Landes und Kreisverbandes teil.
Am 17. September wurden, in Anlehnung an die Landesgartenschau
NRW im
Leverkusener Forum, bei einer großen Abschlussveranstaltung,
die
Preisträger, durch den Minister für Umwelt und Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Herr Eckhard Uhlenberg,
bekannt
gegeben.
Unser Verein "FLORA e.V." wurde mit einer Bronzemedaille und
einem Sonderpreis für Gärtnerisch besonders eindrucksvoll
bepflanzte Kleingartenanlagen ausgezeichnet.
2006 Im Sommer wurde die alte Ölheizungsanlage im Vereinsheim
durch
eine neue, moderne E-Heizung ersetzt.
Gleichzeitig, wurde in Eigenleistung, eine Theke mit
Wasseranschluss
sowie eine kleine Küche eingebaut.
Im Dezember 2006 wurde wieder ein Einbruch in unser
Vereinsheim verübt.
3 Türen wurden aufgebrochen, Tresor mit wichtigen Unterlagen
entwendet.
PC-Anlagen zerstört.
Täter konnten wieder nicht ermittelt werden.
Im Herbst 2008 haben wir die gesamteToilettenanlage in unserem
Vereinsheim
saniert. Alte Toiletten abgerissen, neue Zwischenwände
eingezogen,
Decke erneuert..Komplette neue Sanitäranlage, durch eine
Fachfirma,
eingebaut. Neue Türen und Trennwände eingebaut. Boden und
Wände neu verfliest.